Wenn Gott ein Berg wäre ...


 

Wenn Gott ein Berg wäre …

Warum wir vielleicht gar nicht über Gott streiten – sondern über unsere Vorstellungen von ihm

Manchmal entstehen die größten Streitigkeiten aus einer einfachen Frage.

Wer oder was ist eigentlich Gott?

Ist Gott ein alter Mann mit weißem Bart?
Ist Gott Liebe?
Ist Gott Energie?
Ist Gott das Universum?
Oder ist Gott etwas, das wir mit unserem menschlichen Verstand gar nicht vollständig begreifen können?

Vielleicht liegt genau hier der Kern vieler Missverständnisse.
Denn vermutlich streiten wir gar nicht über Gott selbst.

Wir streiten über unsere Vorstellung von Gott.

Ein Gedanke, der mich nicht mehr losgelassen hat

Vor einigen Tagen las ich einen Text über den Fasan als Krafttier.

Darin stand sinngemäß, dass Religion ursprünglich Rückverbindung bedeutet – die Rückverbindung zu unserem Ursprung.

Nicht in erster Linie zu einer Kirche.
Nicht zu Ritualen.
Nicht zu Dogmen.
Sondern zu etwas, das größer ist als wir selbst.

Dieser Gedanke hat in meinem Kopf ein Bild entstehen lassen.

Was wäre, wenn Gott ein Berg wäre?

Stellen wir uns für einen Moment vor, Gott wäre ein hoher Berg.

Unverrückbar.
Zeitlos.
Seit Anbeginn einfach da.

Dann wären die Religionen vielleicht nichts anderes als verschiedene Wege hinauf.

Der eine wählt den schmalen Trampelpfad.
Der nächste geht lieber durch den schützenden Wald.
Ein anderer entscheidet sich für den gut gesicherten Steig mit Geländer und vielen Stufen.

Alle Wege unterscheiden sich.
Manche sind kürzer.
Manche länger.
Manche steiler.
Manche sicherer.

Doch vielleicht führen sie alle zum selben Gipfel.

Was uns verbindet

Ganz gleich, woran wir glauben oder wie wir Gott nennen.

Wir betrachten denselben Himmel.
Wir freuen uns über denselben Sonnenaufgang.
Wir atmen dieselbe Luft.
Wir leben nach denselben Naturgesetzen.

Und wir sehnen uns – unabhängig von Herkunft, Kultur oder Religion – nach Liebe, Frieden, Sicherheit und Zugehörigkeit.

Vielleicht verbindet uns das viel mehr, als uns unsere unterschiedlichen Begriffe jemals trennen könnten.

Zurück zu den Wurzeln

Für mich bedeutet „Back to the Roots“ deshalb nicht, sich einer bestimmten Religion anzuschließen.

Es bedeutet vielmehr, sich wieder daran zu erinnern, dass wir alle Teil derselben Schöpfung sind.

Ob jemand Gott sagt.
Allah.
Jahwe.
Das Universum.
Die Natur.
Oder einfach nur Liebe.

Vielleicht beschreiben wir alle dieselbe Wirklichkeit – nur mit unterschiedlichen Worten.

Mein persönlicher Gedanke

Vielleicht beginnt Frieden genau dort, wo wir aufhören, den Weg des anderen abzuwerten.

Denn am Ende stehen wir möglicherweise alle auf demselben Berg.

Wir sind nur von unterschiedlichen Seiten hinaufgestiegen.

Und vielleicht ist genau das die eigentliche Schönheit unserer Vielfalt.

„Wir müssen nicht denselben Weg gehen, um denselben Gipfel zu erreichen.“

 

Herzliche Grüße

Sabine Jechow

„Sabines Blick auf die Dinge – Mensch sein in einer Zeit des Wandels“

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