Lass die Leute gehen, die nicht bereit sind dich zu lieben




Wenn Loslassen der größte Akt der Selbstachtung wird

Nicht jede Beziehung endet mit einem Streit. Manche enden einfach damit, dass nur noch einer trägt.

In meiner Reihe „Sabines Blick auf die Dinge“ geht es nicht darum, Schuldige zu suchen oder Menschen in „gut“ und „schlecht“ einzuteilen.

Es geht darum, den Menschen hinter einer Situation zu sehen – mit seinen Gedanken, Gefühlen, Hoffnungen und Verletzungen.

Denn oft verändert sich unser Blick auf ein Problem, wenn wir bereit sind, es aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten.


Der Anlass – Was bewegt viele Menschen?

Fast jeder Mensch kennt Beziehungen, die irgendwann aus dem Gleichgewicht geraten.

Man meldet sich immer zuerst.

Man organisiert die Treffen.

Man entschuldigt sich immer wieder.

Man versucht zu verstehen.

Man investiert Zeit, Kraft und Gefühle.

Während die andere Seite sich immer weiter zurückzieht.

Das betrifft nicht nur Partnerschaften.

Es betrifft Freundschaften.

Familien.

Kollegen.

Geschäftspartner.

Manchmal sogar die Beziehung zu den eigenen erwachsenen Kindern oder Eltern.

Viele Menschen fragen sich irgendwann:

„Warum reicht das, was ich gebe, nie aus?“


Der psychologische Blick

Der Mensch ist ein soziales Wesen.

Wir wünschen uns Zugehörigkeit.

Anerkennung.

Liebe.

Verbundenheit.

Gerade deshalb halten viele Menschen viel länger an Beziehungen fest, als ihnen guttut.

Nicht weil sie schwach sind.

Sondern weil Hoffnung ein zutiefst menschliches Gefühl ist.

Wir hoffen darauf, dass sich der andere verändert.

Dass Verständnis wächst.

Dass alte Verletzungen heilen.

Diese Hoffnung ist nichts Falsches.

Sie darf jedoch nicht dazu führen, dass wir uns selbst verlieren.


Der gesellschaftliche Blick

Unsere Gesellschaft vermittelt häufig:

Kämpfe für Beziehungen.

Gib nicht zu schnell auf.

Liebe bedeutet, niemals aufzugeben.

Doch kaum jemand spricht darüber, dass es Beziehungen gibt, die längst aufgehört haben, gegenseitig zu sein.

Nicht jede Beziehung scheitert an mangelnder Liebe.

Manche scheitern daran, dass Verantwortung, Respekt und Wertschätzung nur noch von einer Seite getragen werden.


Der Blick der Verantwortung

Verantwortung bedeutet nicht, alles auszuhalten.

Verantwortung bedeutet auch nicht, andere Menschen verändern zu müssen.

Jeder Mensch trägt Verantwortung für sein eigenes Verhalten.

Für seine Worte.

Für seine Entscheidungen.

Für seine Entwicklung.

Wir dürfen begleiten.

Wir dürfen unterstützen.

Wir dürfen zuhören.

Aber wir können niemanden gegen seinen eigenen Willen verändern.

Manchmal besteht die verantwortungsvollste Entscheidung darin, einen Schritt zurückzutreten.

Nicht aus Wut.

Nicht aus Enttäuschung.

Sondern aus Selbstachtung.


Der Blick auf unsere Energie

Zeit ist begrenzt.

Energie ebenfalls.

Jede Stunde, die wir dauerhaft in Beziehungen investieren, in denen wir nicht gesehen, respektiert oder wertgeschätzt werden, fehlt uns an anderer Stelle.

Für unsere Familie.

Für unsere Gesundheit.

Für unsere Träume.

Für Menschen, die unsere Nähe wirklich schätzen.

Vielleicht besteht wahre Selbstfürsorge nicht darin, mehr zu bekommen.

Sondern bewusster zu entscheiden, wem wir unsere Zeit schenken.


Mein persönlicher Blick auf die Dinge

Ich glaube nicht, dass wir jeden Menschen in unserem Leben festhalten müssen.

Ich glaube aber auch nicht daran, Menschen vorschnell aufzugeben.

Zwischen diesen beiden Polen liegt etwas Entscheidendes:

Ehrlichkeit.

Respekt.

Und die Bereitschaft, hinzusehen.

Manchmal lohnt es sich, um eine Beziehung zu kämpfen.

Manchmal lohnt es sich, gemeinsam Hilfe anzunehmen.

Und manchmal zeigt uns das Leben, dass wir einen Menschen nur deshalb nicht loslassen können, weil wir uns noch nicht selbst fest genug halten.

Loslassen bedeutet nicht, dass der andere wertlos ist.

Es bedeutet auch nicht, dass die gemeinsame Zeit bedeutungslos war.

Es bedeutet lediglich, anzuerkennen, dass nicht jede Verbindung für das ganze Leben bestimmt ist.

Und dass wir niemanden zwingen können, unseren Weg mitzugehen.


Gedanke zum Mitnehmen

Wahre Liebe, echte Freundschaft und ehrliche Verbundenheit müssen nicht ständig bewiesen werden.

Dort, wo gegenseitiger Respekt, Interesse und Wertschätzung selbstverständlich sind, entsteht Nähe nicht durch Anstrengung – sondern durch Vertrauen.


Frage an meine Leserinnen und Leser

Gab es in Ihrem Leben einen Moment, in dem das Loslassen schwerer war als das Festhalten?

Und was hat Ihnen geholfen, wieder Vertrauen in sich selbst und in neue Begegnungen zu finden?


Herzliche Grüße

Sabine Jechow

„Sabines Blick auf die Dinge – Mensch sein in einer Zeit des Wandels“

Wenn dieser Gedanke Sie anspricht oder Sie sich darin wiedererkennen, freue ich mich über Ihre persönliche Nachricht.

Gerne können Sie hierfür auch meine Website besuchen:

www.jechow-consulting.de
www.iam-naturheilpraxis.de

Urhebervermerk © Sabine Jechow
Alle Rechte vorbehalten.

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